Welttoilettentag: Ein Thema von globaler Bedeutung

Zum Anlass Welttoilettentag: Das stille Örtchen ist wichtiger denn je.

Mal eben zur Toilette gehen ist für uns hierzulande selbstverständlich. Dabei ist schnell vergessen, dass die Infrastruktur sanitärer Einrichtungen einen großen Teil unserer Lebensqualität ausmacht. So entstand vor nicht einmal 300 Jahren in Wien das erste komplette Kanalnetz für eine europäische Stadt. Dieser Entwicklung vorangegangen waren Jahrhunderte voller Plagen und infektiöser Krankheiten, angetrieben von niedrigen Hygienestandards. Erst im 19. Jahrhundert kamen moderne Kanalnetze dann auch nach Deutschland und setzten den Siegeszug eines neuen Lebensstandards in Gang.

Umso schwieriger vorstellbar ist es deshalb, dass 2,5 Milliarden Menschen auf der Welt noch immer ohne Zugang zu sanitären Anlagen leben. Gut 40% aller Menschen weltweit existieren in Hygienezuständen, die wir höchstens noch aus dem Mittelalter kennen.

Aus diesem Grund haben die Vereinten Nationen den Welttoilettentag ausgerufen. Stand der erste Welttoilettentag 2001 noch unter der Schirmherrschaft der Welttoilettenorganisation, haben die UN seit 2012 das Ruder übernommen. Seit 2016 wird die thematische Ausrichtung für jedes Jahr an den jeweiligen Weltwassertag angepasst und entfernt sich damit ein Stück weit von den eher vagen Slogans der Frühzeit wie das 2012er-Motto “I give a shit, do you?

Abgestimmt mit dem Weltwassertag dreht sich auch beim Welttoilettentag dieses Jahr alles um die Frage, wie es weltweit um die Versorgung mit sanitären Einrichtungen steht.

Kanalisation unterhält sich nicht von selbst

Die dramatischen Zahlen zum Welttoilettentag legen offen: Zustände wie in der Dritten Welt bleiben uns hierzulande zum Glück erspart. Das liegt unter anderem auch an einem breiten gesellschaftlichen Konsens darüber, wie wichtig Toiletten für die Hygiene sind. Zum Vergleich: In Indien erledigt in Haushalten mit einer Toilette auch heute noch mindestens eine Person das große Geschäft im Freien. Toiletten für die Welt bedeuten bisweilen eben auch einen Bruch mit kulturellen Barrieren.

Dass in deutschen Kanalrohren alles rund läuft, ist übrigens keine Selbstverständlichkeit. Für den nötigen Durchfluss sorgen unter anderem die fleißigen Hände von Kanalsanierern und Rohrreinigern. Ihre Arbeit endet nie, denn einer Abwasserleitung kann so einiges zusetzen. Der Klassiker ist natürlich die Rohrverstopfung. Unsachgemäße Nutzung einer Toilette liegt beispielsweise dann vor, wenn nicht wasserlösliche Materialien das Klo heruntergespült werden. Schlimmstenfalls sammeln sich Feststoffe und Fett dann in der Kanalisation und wachsen zu Klumpen von beachtlicher Größe heran. Bis diese sich bemerkbar machen, ist es häufig schon zu spät. Die Folgekosten können immens sein.

Leitungen warten ist kein Hexenwerk

Neben Verstopfungen unterliegen Abwasserleitungen allerdings auch schlicht einem natürlichen Alterungsprozess. Wenn Schäden längere Zeit unbehoben bleiben, wachsen sich auch kleine Risse oder Brüche später mitunter zu großen Problemen aus. Einen großen Vorteil haben wir hierzulande allerdings: Mit derartigen Problemen müssen Sie grundsätzlich nicht im Regen stehen. Die Lebensdauer von Abwasseranlagen kann etwa durch regelmäßige Wartung deutlich verlängert werden. Falls es doch mal zum Malheur kommt, nicht verzagen – und bestenfalls nicht selber an die Rohre gehen. “Hausmittel” aus dem Internet oder achtlos eingesetztes Werkzeug können den Schaden mitunter noch verschlimmern. In Deutschland ist Rohr- und Kanaltechnik ein eigener Ausbildungsberuf, damit hohe fachmännische Kompetenz gewährleistet ist. Eine widerspenstige Toilette wieder in Ordnung zu bringen ist letztendlich so einfach wie ein Telefonanruf. Hierzulande ist der Welttoilettentag vor allem eins: Die Erinnerung daran, das unsere Hygienestandards nicht so selbstverständlich sind, wie man glauben mag.

Konnte Ihnen dieser Artikel weiterhelfen? Teilen Sie uns Ihre Fragen oder Anregungen gerne mit – wir freuen uns auf Ihre Nachricht oder Ihren Kommentar!

Bei Rückfragen können Sie sich während unserer Bürozeiten (Mo.-Fr. zwischen 07:00-17:00 Uhr) jederzeit an uns wenden. Wählen Sie dafür einfach unsere kostenlose Hotline 08000-696007. Unser Notdienst steht Ihnen im Übrigen rund um die Uhr zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

Auswahlmenü – Ähnliche Blogbeiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte füllen Sie dieses Feld aus
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren

Menü