Dass gerade Entwässerung so ein trockenes Thema sein kann, ist Ironie des Schicksals. Trotzdem sollten Besitzer von Neu- und Altbauten in Wasserschutzgebieten einen Blick auf das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) werfen, denn bei Missachtung drohen bisweilen hohe Bußgelder.

Was ist ein Wasserschutzgebiet?

Kurz gesagt sind Wasserschutzgebiete Bereiche, in denen bestimmte Gewässer wie das Grundwasser, Seen, Trinkwasserschutzgebiete oder andere oberirdisch liegende Gewässer wie Küstengewässer besonders geschützt werden müssen. Auch Heilquellen können von einer solchen Regelung betroffen sein. In solchen Wasserschutzgebieten muss vermieden werden, dass die geschützten Gewässer verunreinigt werden. Dabei sind die Gewässer in Schutzzonen mit unterschiedlichen Einschränkungen unterteilt. Im näheren Bereich der Anlage besteht so beispielsweise ein Betret- und Fahrverbot, in weiteren Zonen das Lagern von Schutt oder Müll und dergleichen mehr. Wer in oder nahe einem solchen Gebiet Abwasserleitungen im Boden hat, sollte spätestens hier hellhörig werden. Besondere Anforderungen an den Wasserschutz werden zwar durch § 51 und § 52 Wasserschutzgesetz (WSG) auf Bundesebene festgelegt, die Ausweisung der Wasserschutzgebiete ist allerdings Ländersache bzw. erfolgt dann im Weiteren durch die jeweiligen Bezirke oder Kreise. Eine Zusammenfassung der Wasserschutzgebiete in NRW finden Sie beispielsweise auf dieser Karte.

Wer ist betroffen und was sind Ihre Pflichten?

Damit nicht jeder Haushalt in der Umgebung sein Abwasser in geschützte Gewässer leitet, besteht in NRW eine Pflicht zur Selbstüberwachung. Diese wurde am 17. Oktober 2013 als “Selbstüberwachungsverordnung Abwasser – SüwVO Abw” verabschiedet und setzt im Detail fest, welche Anforderungen an Hausbesitzer bestehen. Darin werden zwei konkrete Fristen für die Erstüberprüfung (auf Zustand und Funktion) der Entwässerungsanlagen in Wasserschutzgebieten genannt: Der 31.12.2015 für Anlagen, die vor dem 01.01.1965 errichtet wurden und der 31.12.2020 für alle Anlagen, die danach gebaut wurden. Die SüwVO Abw legt außerdem fest, dass anschließend im Abstand von jeweils 30 Jahren eine neue Prüfung erfolgen muss. Noch pikanter wird es für Neubauten: In § 8 Abs. 2 SüwVO Abw legt die Landesregierung fest, dass für Neubauten immer eine Erstprüfung stattfinden muss – unabhängig davon, ob sie in einem Wasserschutzgebiet liegen oder eben nicht. Das ergibt auch durchaus Sinn, denn nicht sachgerecht verlegte Leitungen kommen immer wieder mal vor und hinterlassen die gerade verlegten Abwasserleitungen bisweilen in einem verheerenden Zustand. Zwar gibt der Gesetzgeber hier keine Frist an – der entsprechende Passus spricht lediglich von einer “unverzüglichen” Prüfung.
Allerdings kann die Gemeinde notfalls ihre Satzungsermächtigung nutzen und eine Erstprüfung erzwingen. Bei Weigerung drohen Bußgelder; lohnenswert ist das also nicht. Davon abgesehen ist die Erstprüfung auch in Ihrem Sinne, weil sie dauerhaft zum Werterhalt des Gebäudes beiträgt und viel Ärger mit kaputten Entwässerungsanlagen ersparen kann.

Haben Sie Interesse an einer fachgerechten Zustand- und Funktionsprüfung Ihrer Entwässerungsanlage oder Fragen zu Wasserschutzgebieten? Teilen Sie uns Ihre Fragen oder Anregungen gerne mit – wir freuen uns auf Ihre Nachricht oder Ihren Kommentar!

Bei Rückfragen können Sie sich während unserer Bürozeiten (Mo.-Fr. zwischen 07:00-17:00 Uhr) jederzeit an uns wenden. Wählen Sie dafür einfach unsere kostenlose Hotline 08000-696007. Unser Notdienst steht Ihnen im Übrigen rund um die Uhr zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Toni Krause
1. August 2019 17:15

Mein Onkel möchte sich ein Haus in Nordrhein-Westfalen kaufen. Danke für den Tipp, dass dort die Selbstüberwachungsverordnung Abwasser gilt. Ich werde ihm sagen, dass er auf die Frist zur Erstüberprüfung der Entwässerungsanlagen in Wasserschutzgebiete achten soll.

Antworten
    Schüßlers Rohrreinigungsschnelldienst
    1. August 2019 21:45

    Hallo Herr Krause!

    Vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir freuen uns, dass Sie sich die Informationen zu nutzen machen können.

    Für weitere Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich auch persönlich zur Verfügung.
    Sie erreichen uns unter der kostenlosen Hotline 08000-696007.

    Ihr Team von Schüßlers Rohrreinigung

    Antworten

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