Warum Wasser sparen jetzt so wichtig ist!

Am 21. Juni ist es soweit: Der Sommer kann offiziell beginnen! Dabei hatte 2022 schon der Frühling einiges an Wärme parat. Gerade im Mai und Juni hat es an sonnigen Tagen wirklich nicht gemangelt. Damit reiht sich auch dieses Jahr in eine ganze Serie von Jahren, die im Durchschnitt immer wärmer und trockener werden.

Das lädt einerseits zu Ausflügen an den nächstbesten Stausee oder Fluss ein. Immerhin schmeckt ein Eis kaum besser als jetzt, wenn die Temperaturen ordentlich in die Höhe schießen. Andererseits ziehen am Horizont schon jetzt Probleme auf, die uns dieses Jahr noch häufiger beschäftigen werden. Mit dem Sommer kommt nämlich in einigen Regionen auch die Wasserknappheit.

Trockenperiode schon im Frühling

Beispiel Ostwestfalen-Lippe: Wie der WDR berichtet, warnen Wasserwerke in dem Bereich schon jetzt vor sinkenden Pegelständen. Und das, obwohl die Trockenperiode für 2022 gerade erst anfängt. Im Zweifelsfall könnte sie sich bis in den Herbst ziehen und dabei ausgetrocknete Talsperren hinterlassen, wie wir sie in den vergangenen Jahren schon häufiger sehen mussten. Sauberes Trinkwasser ist nicht in unendlichen Mengen verfügbar. Auch in feuchteren Zeiten können Talsperren nicht bis zum Rand gefüllt werden, sonst würden sie plötzlichem Extremwetter nicht mehr standhalten. Wie überraschend und zerstörerisch plötzliche Regenfälle sein können, hat sich in NRW und RLP bei der verheerenden Flutkatastrophe 2021 gezeigt. Die Überschwemmungen mit 186 Toten allein in Deutschland haben tiefe Narben hinterlassen und machen deutlich, wie rapide das Wetter auch in einer Trockenperiode wechseln kann.

Viel Trinkwasser geht in Gärten verloren

Dass Talsperren jetzt teilweise schon Mitte Juni kaum noch mit den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger mithalten können, ist erschreckend. Dabei kann jede/r einzelne etwas gegen die Trockenheit tun. Das fängt schon bei ganz kleinen Schritten an. Etwa dabei, beim Zähne putzen nicht den Wasserhahn durchlaufen zu lassen. Deutlich mehr Wasser geht jedoch an anderen Stellen verloren. Rasensprenger tragen ganz besonders dazu bei, in Trockenperioden wichtiges Trinkwasser wortwörtlich in die Landschaft zu kippen. Zwar möchten stolze Rasenbesitzer verständlicherweise ihr sattes Grün genießen. Derzeit aber geht das auf Kosten der Allgemeinheit. Zweitens sind Frühling und Sommer immer auch ein Paradies für Pool-Liebhaber. Massenhaft befüllte Pools in Gärten schlagen sich derzeit extrem im Wasserverbrauch nieder.

So geschehen im Kreis Minden-Lübbecke: Schon Mitte Mai musste der Wasserverband am Wiehen seine Trinkwasserampel auf Gelb schalten. Damit ging eine dringliche Warnung an Bürgerinnen und Bürger in Löhne, Bad Oeynhausen, Hüllhorst und Hille raus, auf das Befüllen ihrer Pools zu verzichten.

Weitere Tipps zum Wasser sparen

Wasser sparen ist in einer Trockenperiode wichtiger denn je. Dazu können Einzelpersonen einen wichtigen Beitrag leisten. Versuchen Sie beispielsweise, zu duschen statt zu baden – der Unterschied im Wasserverbrauch ist erheblich! Wer das noch eine Stufe sparsamer möchte, kann zudem auf einen sparsamen Duschkopf zurückgreifen. Die sind nicht teuer und rentieren sich über ihre Lebensdauer allein schon durch das gesparte Wasser. Bewässern Sie den heimischen Garten nach Möglichkeit mit Regenwasser anstatt mit Trinkwasser. Undichte Wasserhähne im Haus sollten Sie außerdem auswechseln lassen – ein undichter Hahn verliert am Tag schnell einmal rund 11 Liter Wasser. Falls vorhanden, sollten Sie an Spül- und Waschmaschine das Sparprogramm nutzen. Teller und Wäsche werden so auch sauber. Außerdem sollten Sie solche Maschinen nur dann benutzen, wenn sie auch wirklich voll sind.

Die aktuelle Trockenperiode ist eine unangenehme Nachricht für alle Betroffenen. Es ist gut möglich, dass der Sommer in dieser Hinsicht noch einige Überraschungen für andere Regionen bereithält. Wer schon jetzt zu einer robusteren Wasserversorgung beitragen will, kann und sollte das auf jeden Fall tun. Denn wie so oft fangen die großen Veränderungen nicht mit Aktionen enormer Ausmaße an – sondern damit, dass wir alle mit Bedacht und Umsicht handeln.

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