Abscheideanlagen spielen in Industrie und Gastronomie eine Schlüsselrolle, denn ohne sie wäre das Leben in einer Industrienation nicht im Ansatz so angenehm und bisweilen sogar gefährlich. Ohne Abscheider würden mit dem Abwasser Fette und Öle in die Kanalisation geleitet und könnten dort Ableitungen verstopfen. Fette sind außerdem ein Paradies für Bakterien und stellen damit eine aktive Gesundheitsgefahr dar. Sie ziehen Ratten und Ungeziefer an und können zur Bildung von Säuren führen. Diese beschädigen dann nicht nur Rohre oder das Kanalnetz, sondern auch umliegende Bausubstanzen. Unsichtbar im Kanal faulende Fette machen sich früher oder später durch ihre Geruchsentwicklung bemerkbar. Damit in Deutschland nicht ganze Viertel im Gestank versinken, hat der Gesetzgeber in einigen Wirtschaftszweigen Abscheideanlagen zur Pflicht gemacht. Die genauen Umstände dafür sind meist auf städtischer Ebene in den Entwässerungssatzungen festgeschrieben, Sie sollten sich also immer über Ihre örtlichen Gegebenheiten informieren.

Abscheideanlagen für jeden Zweck: Der Fettabscheider

Ein Fettabscheider trennt Fett von Wasser, bevor es in die Kanalisation geleitet werden kann. In Gastronomiebetrieben oder Unternehmen mit einem hohen tierischen oder pflanzlichen Fettaufkommen wie Molkereien oder Käsereien sind die Abscheider wichtig für die Umwelt und gesetzlich verpflichtend. Betroffen sind beispielsweise Hotels und Cafeterias, Bäckereien, Metzger und Schlachthöfe oder Konservenfabriken.

Der Fettabscheider geht dabei normalerweise so vor, dass er Abwasser in einem ruhigen Behälter samelt und sich das Fett nach einer Weile an der Oberfläche konzentriert. Hier ist die Schwerkraft an der Arbeit, denn Fett ist leichter als Wasser und treibt auf. Während dieses Phasentrennung genannten Vorgangs sinken Feststoffe zu Boden; das Wasser bildet also eine Schicht zwischen Fett und Feststoffen.

Während der klassische Fettabscheider Schlamm, Fett und Wasser in einem Behälter trennt und die Rückstände so lange sammelt, bis er komplett geleert werden muss, verbreitet sich seit einigen Jahren eine kostengünstigere Variante mit Kunststoffbehältern. Bei dieser sogenannten Teilentsorgung leitet die Anlage Fett und Feststoffe in separate Behälter ab, die Sie dann regelmäßig entsorgen können.

Bei der Auswahl eines Fettabscheiders muss unbedingt darauf geachtet werden, dass er die für den Betrieb richtige Größe hat. Abhängig von der Art des Abwassers kann es notwendig sein, verschiedene Typen zu benutzen.

Leichtflüssigkeitsabscheider

Auch Öl- oder Benzinabscheider genannt. Sie arbeiten im Prinzip ähnlich wie Fettabscheider: In der Regel strömt Wasser in ein Auffangbecken und fließt unter einer Tauchwand hinweg. Leichtflüssigkeiten wie Öl sammeln sich an der Wasseroberfläche, können die Tauchwand nicht passieren und lassen sich nun absaugen. In einer sogenannten Koaleszenzanlage regt er die Öltropfen im Abwasser an, sich zu größeren Tropfen/Klumpen zu vermengen. Auf diese Weise kann die Anlage Leichtflüssigkeiten nahezu vollständig aus dem Wasser entfernen.

Die Notwendigkeit von Abscheideanlagen wurde in Deutschland schon früh erkannt gesetzlich festgelegt: Bereits in den 1940er Jahren waren die Geräte Pflicht für Betriebe, in denen hohe Mengen Fett anfallen. Heute sind Fett- und Leichtölabscheider gewerblich weit verbreitet und unterliegen strengen Auflagen bezüglich ihrer Wartung und Kontrolle. Mit Inbetriebnahme eines Ölabscheiders verpflichten Sie sich beispielsweise dazu, die Abscheideanlage in unterschiedlicher Ausführung monatlich und halbjährlich prüfen zu lassen sowie alle fünf Jahre eine Generalinspektion durchzuführen. Die rechtlichen Grundlagen für den Betrieb von Fettabscheidern sind bisweilen regional verschieden und können zwischen den Ländern und sogar Gemeinden variieren. Erreicht ein Leichtflüssigkeitsabscheider beispielsweise 80% seiner Ölkapazitäten, müssen Sie ihn leeren und reinigen. Auch die Entsorgung der abgeschiedenen Fette, Öle und Feststoffe ist rechtlich genau festgelegt.

Abscheider unterliegen strikten Normen

Ähnliche Vorgaben bestehen auch für Fettabscheider: Hier muss beispielsweise schon vor Inbetriebnahme eine DIN-genormte Überprüfung der Dichte und Funktionstüchtigkeit durch Fachpersonal vorgenommen werden. Wie bei Ölabscheidern besteht auch hier eine Pflicht zur Generalinspektion alle fünf Jahre. Fettabscheider müssen unabhängig vom Füllstand einmal monatlich vom Fachmann geleert werden, wobei eine Leerung alle 14 Tage grundsätzlich empfehlenswert ist. Die regelmäßige Leerung ist auch deshalb sinnvoll, weil dabei sichtbare Mängel vom Fachkundigen festgestellt und behoben werden können. Neben der Generalinspektion sollten Sie Fettabscheider einmal jährlich warten bzw. warten lassen.

Öl- und Fettabscheider haben gemein, dass sie zur Führung eines Betriebstagebuchs verpflichten. Darin müssen Sie regelmäßig die Leerung und Entsorgung dokumentieren, aber auch Wartung und Kontrolle, Generalinspektion, Mängel oder Reparaturen. Mindestens einmal pro Monat sollten Sie darin zudem die Ergebnisse einer Eigenkontrolle festhalten. Diese umfasst unter anderem die Kontrolle von Zu- und Ablauf der Anlage, aber auch Informationen darüber, wie dick die Schlamm- bzw. Fett- oder Ölschicht ist. Auch solche Eigenkontrollen können über externe Dienstleister durchgeführt werden, was im laufenden Betrieb nicht unerheblich Zeit und Mühe spart.

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